Allgemein, Arbeitsmarkt

Onlinezugangsgesetz verschärft Engpass bei IT-Fachkräften

Deutschland hat einen sehr hohen Nachholbedarf in der Digitalisierung staatlicher Verwaltungsleistungen – und nur noch sehr wenig Zeit zur gesetzlich geforderten Umsetzung im Sinne des Onlinezugangsgesetz.  

Das ist eine der Kernaussagen des aktuellen „Deutschland-Index der Digitalisierung 2021“. Der alle zwei Jahre publizierte Index erreicht dieses Jahr einen Wert von 70,2 Punkten. Er hat sich damit gegenüber 2019 um 1,9 Punkte verbessert. 

Der Index wird vom ÖFIT (Kompetenzzentrum Öffentliche IT), das am FOKUS (Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme) in Berlin angesiedelt ist, berechnet und herausgegeben. 

Umsetzung digitaler Verwaltungsleistungen unzureichend

Um die Digitalisierung der Verwaltung maßgeblich voranzutreiben, hatte der Gesetzgeber schon 2017 das Onlinezugangsgesetz (OZG) verabschiedet. Das OZG hält fest, dass Bund, Länder und Kommunen bis Ende 2022 knapp 600 Verwaltungsleistungen (OZG-Leistungen) über Verwaltungsportale digital für Bürger und Unternehmen zur Verfügung stellen müssen. 

Knapp 80% davon müssen durch die Kommunen umgesetzt werden. Bis dato wurde dieses Ziel noch nicht erreicht, gemäß des aktuellen “Deutschland-Index der Digitalisierung 2021” da im Schnitt erst 2,5 von 10 kommunalen Leistungen digitalisiert sind. Der aktuelle Umsetzungsstand und der knappe Zeitrahmen machen eine vollständige Zielerreichung bis 2022 hochgradig unrealistisch. 

Behörden benötigen umfangreiche Unterstützung

Viele Behörden sehen sich für die unmittelbare Zukunft einer doppelten Herausforderung ausgesetzt. Auf der einen Seite kommt Corona-bedingt wachsender Druck von den Bürgerinnen und Bürgern.

Schon Anfang 2020 haben neun von zehn Kommunen ihren Publikumsverkehr ganz oder größtenteils eingeschränkt und ihre Verwaltungsvorgänge soweit wie möglich online abgewickelt. Das hat die Relevanz digitaler Angebote für die Verwaltungen unwiderruflich deutlich gemacht. Gleichzeitig hat das auf Seite der Bürgerinnen und Bürger die Nachfrage maßgeblich gesteigert. 

Open-Data-Gesetz bringt neue Arbeit

Von Seiten der Bundesregierung kommt mit dem „Zweiten Open-Data-Gesetz und Datennutzungsgesetz“ voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres ein großes Arbeitspaket auf kommunale und landeseigene Verwaltungen zu.

Das Gesetz verpflichtet deutsche Verwaltungen, ihre vorhandenen Daten soweit wie möglich als offene Daten bereitzustellen. Zukünftig sollen sie nach dem Grundsatz „Open by Default & by Design“ verwalten. Das bedeutet, dass alle durch Steuergeld erhobenen Daten öffentlich bereitstehen werden. Auch hier sind die vorhandenen Ressourcen in den Behörden und Ämtern kaum ausreichend für eine termingerechte Umsetzung. 

Umso dringender brauchen wir ein geändertes Verständnis für das Zusammenspiel der Verwaltung mit externen Dienstleistern. Externes Know-How ist für Erneuerungsprojekte eine unverzichtbare Ressource, die systematisch zu nutzen ist.

Peter Batt, Ministerialdirektor a.D., Mitglied im Kuratorium Frauenhofer Fokus, mehr dazu im Interview

Onlinezugangsgesetz: Glänzende Gelegenheiten für IT- und Digitalisierungsexperten

Der Digitalisierungsindex stellt ebenfalls fest, dass die IT-Branche eine der attraktivsten Wirtschaftszweige in Deutschland für qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist. So betrug das Wachstum der Beschäftigten in der IT-Branche im Untersuchungszeitraum gut 13% gegenüber nur 3% bei allen Beschäftigten.

Auch der Verdienst stieg mit durchschnittlich plus 9% weit überdurchschnittlich. Für behördliche Arbeitgeber und deren Beratungshäuser ist es daher eine große Herausforderung, die passenden IT- und digitalaffinen Managementberaterinnen und -berater zu finden. 

Genau an dieser Stelle kommt Cyforwards ins Spiel. Als Experten im Executive Search gleichen wir die objektiven und dokumentierten Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber mit den für die Tätigkeit wichtigen Skills und dem Personal Fit ab. Darüber hinaus setzten wir auf unsere umfangreiche persönliche Expertise in der Passung der Kandidatinnen und Kandidaten zur Beratung der öffentlichen Verwaltung.  

Denn wir nehmen klarer als jeder Algorithmus wahr, ob ein Mensch für eine Aufgabe wirklich geeignet ist oder ob nur augenscheinlich eine perfekte Kombination vorliegt. So können wir eine langfristig zufriedenstellende Platzierung für beide Seiten nahezu garantieren. 


Die Cyforwards GmbH bietet eine integrierte Beratung in den Themenschwerpunkten Headhunting, Personaldiagnostik, Talentmanagement und Personalentwicklung. Dazu tritt die Ein- und Ausstellungsberatung. Sie besetzt Führungs- und Fachpositionen überwiegend in der Management- und IT-Beratung.  Der Marktfokus liegt auf dem Public Sector, der Energie- und Finanzwirtschaft, dem Transport- und Healthcare Sector sowie der Verteidigungsindustrie. Mit ihrem Leadership Advisory-Modell berät Cyforwards Unternehmen in Transformationsprozessen bei der Kompetenzmessung und -steigerung.  Benjamin Wittekind gründete das Unternehmen 2018 in München.  


Bild: Mariann Szőke